Der ‚Ewige Kohl‘, Brassica oleracea var. ramosa, verspricht – wie der Name schon vermuten lässt – eine langanhaltende Ernte. Im Gegensatz zu anderen Kohlsorten ist er mehrjährig. Es wird berichtet, das sich Exemplare bis zu zehn Jahre beernten lassen. Das kann ich dann hoffentlich irgendwann bestätigen: Bei uns ist der Ewige Kohl vor zwei Jahren ins Beet gezogen und ich bin echt begeistert. Weil er nicht blüht, wird er über Stecklinge vermehrt. Die Vermehrung erledigt er aber auch fast von allein, denn sobald ein Strunk den Boden berührt, bewurzelt er und sorgt so schnell für Nachschub an Pflanzen. Der Ewige Kohl wird auch Baumkohl genannt, was schon einiges über sein Erscheinungsbild verrät: weil er fortlaufend geerntet wird, indem man von unten einzelne Blätter von der Pflanze nimmt, das Herz aber unversehrt lässt, erhält er über die Zeit dann den charakteristischen Stamm, verzweigt sich aber auch. Was ich so liebe: Eine Ernte ist sogar im Winter möglich. Der Kohl ist sehr gut winterhart, natürlich sollte man aber bei Frost die Pflanzen in Ruhe lassen. Der Ewige Kohl wird ziemlich hoch und sollte ab dem zweiten Standjahr gestützt werden – oder aber man lässt der Natur ihren Lauf, die Pflanze kippt und breitet sich aus. Das kann dann aber schon locker einen Quadratmeter in Anspruch nehmen. Als Starkzehrer hat er Hunger im Beet: verrotteter Mist ist genau richtig und volle Sonne mag er ebenfalls.
Der Ewige Kohl ist eine alte Kulturpflanze, die sich in der modernen Küche wirklich prima macht. Ob Chips, grüne Smoothies, im Salat, als Suppe (Nach Art einer Caldo Verde – mhmmmmm – schaut mal in meinem Insta-Feed!) oder angedünstet in Curry- oder Pfannen-Gerichten: der Ewige Kohl ist ein Allrounder. Nach dem Frost schmeckt er übrigens noch mal milder und fast schon lieblich. Einfach ein super Wintergemüse!
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