Als ich neulich verkündete, wir machen eine Lasagne mit Blumenzwiebeln, machten die Kinder große Augen. Echt jetzt? Ja! Natürlich ist diese Lasagne nicht zum Verzehr gedacht, sondern eine Pflanzmethode für eine besonders üppige Frühjahrsblütenpracht in Töpfen. Jetzt im Januar ist noch ein guter Zeitpunkt, die Blumenzwiebeln, die es bisher noch nicht in den Boden geschafft haben, einfach in Töpfe zu setzen. Sie benötigen einen Kältereiz, um zu blühen, daher sollte man sich nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Auch ist es daher wichtig, die Töpfe geschützt, aber im Freien aufzustellen. Aber der Reihe nach. Was hat es mit der Lasagne auf sich?
Die Bezeichnung bezieht sich auf das Verfahren, die Zwiebeln im Topf zu schichten. Wichtig für Blumenzwiebeln ist ein guter Abzug am Boden des Topfes, auch eine Drainageschicht aus Steinen, Blähton oder Kies ist empfehlenswert, wenn der Topf regelmäßig im Regen steht. Nasse Füße mögen Blumenzwiebeln nicht! Steht der Topf aber nicht nur vor Kälte und Wind geschützt, sondern auch vor anhaltender Feuchtigkeit, dann kann man sich die Drainage auch sparen – denn die Zwiebeln werden ja sicher nicht dauerhaft im Topf verweilen. Dazu später mehr.

In das untere Drittel des Topfes kommt zunächst Blumenerde. Ich verwende grundsätzlich gute, torffreie Blumenerde, wenn ich keinen eigenen Kompost aus dem Garten verwende. Ich arbeite mit drei Schichten; das hängt natürlich stark von der Tiefe des Gefäßes ab. Die untere Schicht bilden die größten Zwiebeln, bei mir sind es die Narzissen Bridal Crown. Die habe ich für die Töpfe auf dem Balkon gewählt, weil sie nicht nur eine wunderschöne cremefarbene, gerüschte Blüte haben, sondern auch noch wunderbar duften.
Dann folgt eine weitere Schicht Erde, so dass die Narzissenzwiebeln bedeckt sind. Zeit für die Tulpenzwiebeln! Ich liebe die Tulipa Viridiflora mit ihren grünen Streifen. Diesmal habe ich die pinke Virichic ergattert, mal sehen, ob die Zwiebeln halten, was die Tüte verspricht. Denn ich greife zugegebenermaßen auch gern zu Schnäppchenzwiebeln. Dabei habe ich allerdings schon die eine oder andere Farb- und Sortenüberraschung erlebt. Aber ein bisschen Spannung bis zur Blüte darf ruhig sein.

Blumenzwiebeln sind ein Wunder der Natur, wenn aus dieser unscheinbaren Kugel im Frühling etwas so Schönes erwächst. Das fasziniert auch die Kinder und ich beobachte, dass sie sehr vorsichtig mit den Zwiebeln umgehen. Im Beet ist es in bestehenden Pflanzungen auch für mich eine echte Herausforderung, neue Blumenzwiebeln zu setzen. Meist kann ich die Kinder da nicht gut einbinden – jedenfalls nicht ohne Frust für uns alle. Daher ist die Lasagne-Methode für mich eine der entspanntesten Arten, mit meinen Kindern zu gärtnern.

Wenn die Tulpen nun auch mit Erde bedeckt sind, folgt die oberste Schicht mit den kleinsten und meist auch frühesten Zwiebeln. Diese Reihenfolge einzuhalten ist deshalb wichtig, weil man Blumenzwiebeln grundsätzlich etwa doppelt so tief setzt, wie die Zwiebel groß ist. Bei mir bilden dieses Mal Traubenhyazinthen den Abschluss. Allerdings werden sie die ersten sein, die blühen. Wenn auch die kleinen Zwiebeln mit Erde bedeckt sind, lege ich eine Schicht Moos in den Topf. Ich finde das schön, weil ich so auch in den kommenden Wochen auf etwas Grün statt auf blanke Erde blicke. So muss ich die Töpfe nicht noch verstecken und sie kommen gleich an Ort und Stelle. Moos sollte man nicht im Wald sammeln! Zwar gilt die sogenannte Handstraußregel, das heißt, in kleineren Mengen ist es erlaubt, Moos mitzunehmen. Aber einige Arten stehen unter Naturschutz und da diese für Unerfahrene schwer zu erkennen sind, ist es besser, das Moos aus dem eigenen Garten oder vom Floristen zu verwenden. Ich habe in den feuchten Jahreszeiten leider immer genügend in den Beeten, so dass ich keine Beschaffungsprobleme habe. Zum Schluss den Topf vorsichtig gießen.

Im Topf ist es übrigens kein Problem, die Zwiebeln dicht an dicht zu setzen – viel dichter, als man das im Beet tun sollte. Das Ergebnis ist ein überreiches Blütenbild, welches durch eine gestaffelte Blühzeit auch besonders lange Freude bereitet. Wichtig ist, nach der Blüte diese abzuknipsen und das Laub vollständig vergilben zu lassen. Erst wenn es trocken ist, hat die Zwiebel alle Nährstoffe aus dem Laub gezogen und ist bereit für den nächsten Frühling – natürlich erst nach einem ordentlichen Sommerschlaf. Dazu lasse ich den Topf austrocknen, entnehme die Zwiebeln, entferne trockenes Laub und Erde und lagere sie an einem dunklen, trockenen Ort, bis sie im Herbst oder eben Anfang des neuen Jahres wieder in die Erde kommen. Wie im Beet lässt die Blühfreude der Tulpensorten mit jedem Jahr nach, hat man sie aber in nährstoffreiche Erde gesetzt und sie über den Sommer abtrocknen lassen, kann das ihre Lebenszeit deutlich verlängern.











